Während dem Schreiben von meinem vorherigem Artikel kamen mir immer wieder Erinnerungen hoch, wie das Internet früher so war. Hier will ich dem Thema einen ganzen Artikel widmen und erzählen, wie ich das Internet vor ca. 10 Jahren wahrgenommen habe.
Das erste, woran ich mich immer erinnere ist, dass das Web damals Geräusche machte. Wenn man sich mit seinem 56k-Modem einwählte, konnte man die Daten rauschen hören. Mittlerweile vermisse ich diesen Sound fast. Für alle Nostalgiker und Leute, die den Sound nicht mehr kennen gibt’s hier die 56k-Web-App. Ich verstehe bis heute nicht, warum man diesen Sound laut ausgeben musste, aber das war sicher essentiell für die damalige Technik.
Was damit einher geht, ist die analoge, einleitige Telefontechnik. “Dani, geh’ aus dem Internet, ich will telefonieren”, dieser Satz prägte für mich die 90er-Jahre. Dann hieß es, 10m-Telefon-Modem-Kabel abstecken, aufwickeln, Telefon einstecken, “Jetzt kannst du telefonieren!”.
Ansonsten fallen mir nur noch einzelne Bilder und Stichworte zu dieser Zeit ein. ROMs zum Beispiel. Also mit alte Konsolenspiele auf dem Computer emulieren. Vom GameBoy bis zum N64 war alles dabei. Wobei’s beim N64 von der Leistung schon knapp wurde und der wahrscheinlich auch ein paar Jahre später war. Ein N64-ROM hatte immer so um die 10MB und hielt das gesamte Haus mindestens eine Stunde vom telefonieren ab.
Musik ist auch ein schönes Thema gewesen. Neben Kassentten-Recordern, mit denen man sich gute Musik kopierte und aus dem Radio aufnahm gab es da noch Napster. Die sind heute leider uncool. Aber damals waren Napster die one-and-only-Tauschbörse. Soweit ich mir erinnern kann war mein erster Musikdownload meines Lebens “Safri Duo – Played-a-life”, wobei das erst 2000 war. Da bin ich fast ein bisschen von mir enttäuscht. Über unser AOL-Modem dauerte das gute 20 Minuten. Aber in der Zeit konnte man mit anderen Napster-Nutzern chatten. Ich kann mich noch an einen sehr interessanten Chat mit einem Philippinen erinnern, der mir Viren geben wollte, mit denen ich andere Leute ausspionieren kann, die ich aber leider nie bekommen habe.
Mal abgesehen vom Internet, stand auch, wenn die Telefonleitung frei war ein riesiger grauer Kasten unter meinem Schreibtisch von Peacock, eine echte Top-Marke *ironieglocke*. 200 MHz, 2 Festplatten (C:\ 1GB und D:\ stolze 4GB) und ein 4fach-CD-Brenner, der aus unerklärlichen Gründen nur CD-RWs brennen konnte. Was mich am meisten ärgerte, war aber, dass Windows ME nicht auf meinem Rechner lief, weil es 233MHz als Mindestvoraussetzung hatte. Ich hab einige Zeit investiert um dieses coole Betriebsystem zum laufen zu bringen, aber soweit ich weiß, hat’s nie geklappt. Meinen 17″-CRT-Monitor von damals hab ich immer noch irgendwo rumstehen, der könnte auch noch funktionieren.
Soweit so gut, wir hören uns das nächste Mal, nachdem die AOL-Einwahl-Ampel auf grün geschaltet hat mit Teil 2 des Rückblicks.
Ich möchte noch an die legendäre Seite “funonline.de” erinnern. Mit der haben wir so manche Astronomiestunde beim Herrn Witt verbracht und uns unter falschem Namen mit irgendwelchen Menschen (die wahrscheinlich auch Kinder waren und sich älter gemacht haben) über alle Möglichen Themen im Chat unterhalten haben.
Heute ist leider nurnoch die Erinnerung dessen übrig:
“am Mittwoch, den 19. März 2003 um 23.00 Uhr wurde der Server von FunOnline endgültig abgeschaltet.”